Das Andere lesen

Pochende Hikikomori (die Generation danach)

Wir sind die pochenden Hikikomori
und bleiben wo wir sind.
Hörschauzu wenn wir uns äußern
durch Türen fällt der Spalt.

Wir sind die pochenden Hikikomori
äußerlich unbekannt
wir bleiben unentscheidbar
lärmen ganze Tage lang.

Lieber sind wir Abschaum
als das Management
lieber unser autonomes Gefängnis
als die freie Herrschaftswelt.


2 Antworten auf “Das Andere lesen”


  1. 1 polylog.tv 23. November 2006 um 14:12 Uhr

    Welch Gedicht, Deine Zeilen…
    Heute sendet Polylux um 23.30h eine Reportage zum Thema Hikikomori. Danach kann unter polylog.tv diskutiert werden.
    Herzlichst,
    Polylog

  2. 2 konsensfabrik 25. November 2006 um 14:01 Uhr

    Danke.

    Hab mir das ganze angesehen, war aber nicht so berauschend. Zudem waren die Aufnahmen mit der japanischen „Sozialarbeit“ und dem Hikikomori 1:1 aus einer anderen Dokumentation, die ich vor Jahren mal gesehen habe. Im Übrigen betrachte ich eine Reintegration in die Gewaltverhältnisse einer Gesellschaft, die die Hikikomori ja erst hervorbringt und deren Verhalten ja gerade der Selbstschutz vor dieser gesellschaftlichlichen Gewalt darstellt, als äußerst kritisch, eben weil sie das Funktionieren dieser gewaltförmigen Gesellschaft weiterhin sichert und das von der Gesellschaft pathologisierte Verhalten nicht als Widerstandspunkt fasst, an dem soziale Revolte ansetzen kann.

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