Archiv der Kategorie 'BK_Internal'

übersetzungen

nahezu jeden tag schaue ich mich an: niemals mehr werde ich mich an (m)einen körper gewöhnen können, wo es früher nur so war, dass ich mich nicht (mehr) an (m)einen körper gewöhnen konnte.

mein blog. ich bin nicht zufrieden mit dir, mein erbe. in den letzten 4 jahren habe ich mich so sehr geändert: diese unglaubliche intellektuelle fettsucht hat mir wirklich gut getan. doch daraus resultierend wurde und wird mir auch klar, wie über alle maßen gewaltsam meine vergangenheit doch war. ich fühle mich fast schlimmer oder tatsächlich schlimmer (ich weiß es nicht) als früher. post-traumatisch im weitesten sinne. und ich fühle mich umso besser je mehr doxa ich aus mir herausschneide, mir austreibe und wieder transitiv einverleibe. die hierin verborgenen epistemologischen gewinne mag ich nicht mehr missen (stattdessen sie noch intensivieren, noch mehr leiden, auch wenn fast nicht mehr geht), gerade wo ich doch alles daran setze, sie exzessiv nutzbringend zu verarbeiten für meine kleinen, temporären weltformeln, weltschriften, die das unmögliche wollen. intellektuelle fettsucht, intellektuelle (selbst)gewalt. diese schrecklichen schmerzen beim lernen-lesen meine dispositionalistischen spuren umschreibend sind schwer zu beschreiben. (bei einem kurzen blick in spivak las ich, dass sie beim schreiben schreckliche schmerzen hat/te. wie wahr, unerreichbar entfernt-unbekannte freundin, die wir uns wohl niemals „näher“ kennen lernen werden.)

gestern abend noch so ein abend. vollkommen übermüdet. auf dem weg zum konzert geht mir das allerortige, ganzweltliche, diverse patriarchat ungeheuer auf die nerven, aber das ist ja meistens so. gröhlende dauerkrieger auf den straßen, bereit zum mord oder allem was davor kommen kann und auch kommt, überall, jeden tag, immer wieder… immer wieder, unzählbar oft. angekommen, der abend geht rum, ich gehe wieder so alleine nach hause wie ich gekommen bin. wie viele jahre mache ich das nun eigentlich schon? mehr als ein jahrzehnt? mindestens. oder so ungefähr. mit dem, was sich nicht geändert hat, hat sich meine position in der sozialen welt doch so extrem verändert, dass es unheimlich ist. unheimlich: ich nehme die welt so viel gewaltsamer wahr als früher, mir fällt so extrem viel auf, aber gut, ich interessiere mich auch eben genau dafür, nicht zuletzt, weil es mich interessieren muss um zu überleben.

externes fragment: mensch muss sich für die gewalt, für das leiden interessieren, sofern und soweit sich das bewerkstelligen lässt. und nur wer erkennen und anerkennen kann, dass wir alle dreiviertelgewaltmaschinen sind, die größtenteils jenseits aller intention höchstkomplexe, kaum bekämpfbare gewaltätigkeiten perpetuieren, kann wirkmächtig und in kleinem, aber doch häufiger ausreichendem rahmen etwas dagegen unternehmen.

Alfred Schobert ist tot

Als ob der November mit dem Tod von Gerburg Treusch-Dieter, von dem ich durch Lysis erfahren habe, nicht schon schlimm genug wäre, habe ich heute erfahren, dass nun auch noch Alfred Schobert Mitte November gestorben ist. Ein schrecklich antiintellektueller November… :(