Archiv der Kategorie 'EntArtete Kunst'

Exotische Träume 3

„Saubere Strände werden wahr.“

Tipps für Bewerbungsgespräche mit der New Economy

Fight Anti-Lookism!

Bild: unbekannt, BK Archiv

BilderRahmenEin?

State Of Emergency

Mit liebem Dank an den Glaskäfig
fürs kollektive Mitzeichnen

Thought-Reading: The State Of Love

BeWunde.rung

Wir lieben uns
und wissen es nicht
könnte ich doch nur Gedankenlesen
um dich besser zu verstehen
reaktion(?)/M/är wahrzunehmen:

Ich wünschte, ich könnte Gedankenlesen
wie ein Überwachungsstaat
ich wünschte, ich könnte Gedankenlesen
so schreiten wir zur Tat

Ein Auge (mehr) auf dich geworfen
Herz implementiert
ganz am Puls der Zeit einer Identität

Alles…_außer Kon.tRolle!

Behinderte Grüße

Die Entbindung der Mangelexistenz

Oh mein lieber Führer
ich bin zu beschränkt
um dir folgen zu können

Beim vErteilen der Befehle
höre ich nichts
bis auf meine Taube Stummheit

Und dein Arm
(ich glaube, er ist schön)
bleibt von meiner Blindheit ungesehen.

Oh mein lieber Führer
ich bin zu beschränkt
um dir folgen zu können.

So hebt die Arme,
Kameraden
wo ich keine habe.

Li(e)bertäre Zeichen gegen den Valentinstag

Die Geschlechterordnung feiert Zweisamkeit. Eine normal-elitäre Party, zu der ich nicht gehen werde. Eingeladen bin ich sowieso nicht. Gut so. Da bleibt mehr Freiraum für die Entwicklung eines alternativen Lebens.

Im Kanon
singt ihr „Liebe“
und umarmt euch, nicht
das andere

Was muss
das schon, ja
es muss schön sein

Eine PassantIn haut
Pralinen in die
Fresse
Halt die Fresse
Gentechnik hat das einzige Übergewicht

Iterabilität der Götzendämmerung

Aus dem Pesthauch der letzten Atemzüge einer aufkommenden Philosophie des Wahnsinns:

Das falsche Pseudonym des Nietzsche

Der hier von mir an die Wand der geschichtlichen Unleserlichkeit gemalte postmoderne Nietzscheanismus ist vor allem erstmal nichts. In diesem Sinne soll er einer werden. Am Ende steht der Anfang einer humoristischen Parodie des Großen und ihrer Erzählungen, der Geschichte und der Wirklichkeiten; mit dem „Tod des Autors“ muss auch Nietzsche Abschied von sich nehmen. Für wahr: Nietzsche ist nicht mehr. Er wird nur noch, wenn er denn überhaupt wird. Aber eigentlich wird doch wieder alles anders.

Was Nietzsche und was der andere sagt, ist nun nicht mehr eindeutig zu entziffern. Nietzsche mischt sich hier mit Nicht-Nietzsche gegen Nietzsche zwecks Mutation des Textes: einen echten genetischen Code hatte er sowieso nie. Die Gebärde großer Philosophie will festgehalten werden. Ab und an kommt es deswegen vor, dass sie erdrückt wird und erstickt. Auch wenn die Normalität dem (bisher) vehement widerspricht, so sollten Gedanken auch verunglücken und ein Glück der Verunglückung hervorbringen dürfen.

Die angenommene Gebärde eines Nietzsche, deren Wiederholung schon vorher scheitert: ein lustvolles Schauspiel, ähnlichkommend einem Theaterstück, dessen Skript abhanden gekommen ist; die Schauspieler improvisieren, denn es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig – das wird das Pseudonym des Nietzsche sein.

Die Niederkunft des ewig Gleichen

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Die erste Geschlechterdämmerung: Ich bin nicht Schwanz genug um ein Mann zu sein.

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Die zweite Geschlechterdämmerung: Das Weib ist vor allem eins: es ist nicht. Im Zuge dieser geschichtlichen Erkenntnis müssen wir uns wohl alle mit den Peitschenhieben herumschlagen.

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Die dritte Geschlechterdämmerung: Bist du echt? Oder nur ein Schauspieler deines Geschlechts? Ein Vertreter eines Geschlechts? Oder das Vertretene Geschlecht selbst? – Zuletzt bist du gar bloß ein nachgemachtes Geschlecht.

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Ich habe Zweifel an aller menschlichen Schönheit und Hässlichkeit. Wenn die Schönheit und die Hässlichkeit eine von Menschen gemachte ist, so könnte es möglich sein dieser Tätigkeit nicht mehr nachzugehen und ihre Forschung zu beenden. Die Hässlichkeit des Lebens wird es danken.

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Meist ist die Voraussetzung von Geschenken die Freude – doch wer fragt, ob der Entstehungsprozess des Geschenkes ein freudiger war?

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Der Gläubige hat immer eine Ausrede für die unglaublichen Schrecklichkeiten parat, die er selbst erzeugt: den Glauben.

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Der Christ Martin Luther: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“
Meine Antwort: „Ich kann nicht, also stehe ich anders“, sprach der Antichrist.

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Wie? Ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?

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Das Spenden wurde von Reichen erfunden um ihr Gewissen zu beruhigen.

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‚Anonymität durch Freude‘ ist ein kapitalistischer Leid-satz.

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Die Angst vorm beleibten Menschen ist, dass er die wissenschaftliche Einheit des Körpers zum Überlaufen bringt, aber im wesentlichen, dass er die Wissenschaft zum davonlaufen bringt.

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„Der Kleingeist hält Ordnung, das Genie überblickt das Chaos“ – Der Mensch wäre gerne ein Genie , doch sobald das Chaos ins Spiel kommt, will man mit dem Genie nichts mehr zu tun haben.

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Man kann das Chaos nicht überblicken, man kann es nur durchdringen.

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Wer mit der Sprache zündelt kann ganze Weltbrände entfachen.

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Der nachmoderne Mensch wird viel über die Vernichtung des Lebens nachdenken.

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Am Anfang aller Möglichkeiten stehen Unmöglichkeiten.

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Posthume Menschen – ich zum Beispiel – werden schlechter verstanden als zeitgemäße, aber besser gehört. Strenger: wir werden nie verstanden – und daher unsere Autorität.

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Ab und an müssen wir um zu leben Missgeburten gebähren.

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Der Körper wird ein wichtiger Kriegsschauplatz des 21. Jahrhunderts (sein). Wer über ihn Bescheid weiß, wird sein Operateur und form(ier)ender Chirurg ohne das Skalpell der scharfen Klinge walten zu lassen; vielmehr wird das Messer der Herstellung von eindeutigen Kategorien und Verwaltbarem vorherrschen und sich einen wilden Kampf mit den schwerer beherrschbaren Teilen des Lebens liefern. Für wahr: ein sehr produktiver Kampf, dessen Opfer am Ende die sein könnten, die bisher für sich in Anspruch nehmen, das Leben vor dem Un(ge)leb(t)en zu schützen, vor dem Ungehorsam, den die Hörigen so verteufeln.

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Wir sollten Informationen nicht nur daraufhin untersuchen, was sie uns sagt, sondern vor allem auch, was sie uns nicht sagt.

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Der nachmoderne Mensch sucht sich seine Krankheiten – zumindest einen Teil – selbst aus und spricht der Medizin zunehmend das Monopol der Selbst-Bestimmung ab.
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Nach der Umwertung aller Werte können wir die Werte werten, wie wir wollen – das schließt das Nicht-werten mit ein. Ob und wie wir den Wert des Nicht-Wertens anwenden (können), wurde hierbei bisher wenig in Augenschein genommen. Ebenso sollte der vielfältige Mensch sich von der Idee lösen, nur einen Weg des (Nicht-)Wertens zu beschreiten und die Widersprüchlichkeiten in seine Auseinandersetzungen mit ein beziehen. Das Werten und die Wertigkeiten besitzen keine gerade Linie im Hergang der geschichtlichen Existenz.

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Was interessiert mich meine Abstammung! – Diese ist ein verachtenswertes Gut unserer Historie mit dem Gehalt der Entsorgung.

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Ich habe mir eine Vergiftung an der Wissenschaft geholt, als sie versuchte, mir von gleichen Menschen zu erzählen.

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Die Furcht alles Göttlichen ist, dass man den Glaube an es verliert. Gerade deswegen unternimmt das Göttliche so einiges um den Glauben auf seine Seite zu ziehen.

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Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu legen weiß, der legt wenigstens einen Sinn noch hinein, das heißt, er glaubt, dass ein Wille bereits darin sei – das Prinzip des „Glaubens“.

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Muss ich mich denn mit jedem sich als Volk, als völkische Einheit Verstehenden verstehen? – Jedes Volk ist eine Untat.

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Ich misstraue allen Systematikern und gehe ihnen aus dem Weg. Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit.

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Der getretene Wurm krümmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von Neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut.

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Als die Könige von Führung sprachen, waren nicht sie es, die anführten, sondern die geführt wurden.

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Die einzige Blutschande ist, sich so schändlich in das Blut der Abstammung zu tränken.

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Wie steht es mit jenen Konventionen der Sprache? Sind sie vielleicht Erzeugnisse der Erkenntniss, des Wahrheitssinnes: Decken sich die Bezeichnungen und die Dinge? Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten?

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Aus Lehm und Knochenresten Geborene sollen um Gottes willen rein sein wo der Dreck der Erde doch ihre Herkunft ist?

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Was ist schon Ehrlichkeit in einer künstlichen Welt?

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Wir teilen die Dinge nach Geschlechtern ein, wir bezeichnen den Baum als männlich, die Pflanze als weiblich: welche willkürlichen Übertragungen!

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In der Perfektion steckt keine Bewegung. Sie ist erdrückend und nie will ich mich so stillen.

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Es ist eine Selbstverständlichkeit um eine Sache zu vertiefen ein Studium zu beginnen. Doch ich sympathisiere mit dem teuflischem Gedanken dies nicht auf der Grundlage der göttlichen Institutionen zu tun. Ihre Wahrheiten enden in der Einfältigkeit.

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Du läufst voran? – Tust du das als Hirt oder als Ausnahme? Ein dritter Fall wäre der Entlaufene … Erste Gewissensfrage.

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Bist du echt? Oder nur ein Schauspieler? Ein Vertreter? Oder das Vertretene selbst? – Zuletzt bist du gar bloß ein nachgemachter Schauspieler … Zweite Gewissensfrage.

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Bist du einer, der zusieht oder der Hand anlegt? – Oder der wegsieht, bei Seite geht? … Dritte Gewissensfrage.

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Willst du mitgehn oder vorangehn? Oder für dich gehn? … Man muss wissen, was man will und dass man will. Vierte Gewissensfrage.

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Die R.einheit von Geschlecht ist ein gutgetarnter Scherz.

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Als die Lehren des heiligen Vaters langweilig wurden, begannen die Gläubiger Feuer zu entfachen.

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So viel schlimmer als die Schule kann ein Gefängnis nicht sein.

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Die Liebe zu Einem ist eine Barbarei: denn sie wird auf Unkosten aller Übrigen ausgeübt. Auch die Liebe zu Gott.

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Die kategorischen Imperative unserer Zeit sind Versprechen, deren Erfüllung im jenseits des Daseins angelegt sind. Deswegen, nun widme ich mich den Versprechen, deren Bruch sich unverhüllt mit dem Versprechen ankündigt. Bleibt zu hoffen, dass sich wenigstens der Bruch hält.

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„Wir sind oberflächlich, dagegen lässt sich leider nichts tun.“ Schade nur, dass der Mensch alles tut, um oberflächlich zu sein.

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Was hasst du denn an der Anarchie? Nichts, sprach Zarathustra, bisher nur wenig.

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Es rät sich, Sprüche windelweich zu klopfen.

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Wenn es darauf ankommt, lässt es sich ausmachen, das alle Lehren ohne Sinn sind. Der Mensch, an ihm liegt es, dieses großartige Dilemma zu feiern.

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Etwas von einer Person im herkömmlichen Sinne zu halten oder nicht ist ein zuwideres Unterfangen: als ob diese Haltung auch nur annähernd ausreichend genug wäre.

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Selbst der allerschlimmste Christ kann niemals bibeltreu sein. Glücklicherweise hat die Bibel, das heißt Der Mensch vorgesorgt und das Leben an und für sich, die daseinde Existenz zur Sünde erklärt. Ein gutes wie ein schlechtes Leben kann demnach nur ein sündhaftes sein.

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Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?

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Ihr verehrt mich: aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!

[Mit freundlicher BildOkkupation von: http://www.maerzwerke.de]

Das Abschneiden des Kopfes des Freiherrn von Knigge zum Nachdenken

Dialog:

Rob: „Kannst du nicht grüßen?“

Oter: „Wieso wollen sie, dass ich sie grüße?“

Rob: „Weil sich das so gehört!“

Oter: „Hätten sie Hitler damals auch gegrüßt?“